Candide oder Die letzte aller möglichen Welten

Das Sommertheater der Cammerspiele frei nach Voltaire (jetzt auch Indoor)

(Es spielen: Lola Dockhorn, Anuschka Jokisch, Philipp Nerlich, Eric Schellenberger, Christian Strobl, Marie Wolff & Karsten Zahn | Spielleitung und Projektleitung: Rico Dietzmeyer und Dorothea Wagner | Textfassung: Rico Dietzmeyer/ Sina Neueder | Bühne und Ausstattung: Lisa-Maria Totzke | Kostüme: Henrike Katharina Fischer | Dramaturgie: Sina Neueder | Assistenz: Martin Philipp Graf | Musik: Lothar Hansen/ LOT, Carolin Greiner)

„Das Leben ist das pure Glück! Man sollte den ganzen Tag nur tanzen!“, so erscheint es zumindest Candide auf Thunder-then-tronck, der besten aller möglichen Welten. Doch schnell muss der naive und illegitime Neffe des Barons feststellen, dass das Leben nicht nur einfach ist. Der Krieg überrollt das Schloss, die Hofgesellschaft wird zerhackt und Candide muss fliehen. So beginnt für ihn eine abenteuerliche Reise durch die unterschiedlichsten Utopien und Vorstellungen von Glückseligkeit. An seiner Seite, wenn auch widerwillig, sein Diener Cacambo, der das alles ganz anders sieht.

Das Sommertheater 2016 verdreht die satirische Novelle von Docteur Ralph alias Voltaire und stellt die Frage in den Raum, ob das absurde Ineinander aktueller wie vergangener Lebensphilosophien Ursache dafür sein könnte, dass unsere vielleicht die letzte aller möglichen Welten ist.

Die Bearbeitung von Dietzmeyer/Neueder bricht mit der sarkastischen Brutalität der Vorlage und schöpft das komödiantische und rhythmische Potenzial von Candides grotesker Reise nach Eldorado aus. Ein spielerisches Abenteuer durch vier Weltbilder, getragen von der musikalischen Umsetzung des Leipziger Popmusikers LOT.

nachtkritik (Tobias Prüwer): “Dass dieser Dampfkessel Buntes nicht zum beliebigen Allerlei explodiert oder ins Komödchen abschmiert, liegt an den genau gesetzten Treffern. Timing, Dramaturgie und Einschläge der Regieeinfälle stimmen.”

Rico Dietzmeyer studiert Theaterwissenschaft im Master an der Uni Leipzig. Sein künstlerischer Werdegang führte ihn vom narrativen Film – Gründung des Independent Film Labels Balian Films und Produktion mehrerer Kurzfilme seit 2007 – über verschiedene Stationen zur Theaterpraxis und -wissenschaft. Von Juli 2013 bis Oktober 2014 leitete er ein studentisches Theaterlaboratorium des Instituts für Theaterwissenschaft. Als Regieassistent und Produktionsleiter betreute er mehrere Produktionen der Cammerspiele Leipzig, darunter GOTHAM CITY (Kricheldorf, 2014) und DER GEIZKRAGEN (Moliére, 2014). 2014 inszenierte er an den Cammerspielen die Diderot-Bearbeitung DIE [SELBST]NATÜRLICHEN (Dietzmeyer/Neueder nach Diderot), die mit dem Deutschen Amateurtheaterpreis „amarena 2016“ ausgezeichnet wurde.

Dorothea Wagner studiert Theaterwissenschaft an der Uni Leipzig. 2011 absolvierte sie eine Regie- und Kostümhospitanz bei den Freilichtspielen Schwäbisch Hall, 2012 ein FSJ Kultur am Goethe-Institut Schwäbisch Hall. Wagner ist seit 2013 in den Leipziger Cammerspielen tätig und war Regieassistentin bei SEIN ODER NICHTSEIN (Whitby nach dem gleichnamigen Film von Lubitsch, 2013), Dramaturgin bei GOTHAM CITY (Kricheldorf, 2014) und Bühnenbildnerin bei DER GEIZKRAGEN (Moliére, 2014) sowie EINS, ZWEI, DREI (Billy Wilder, 2015). 2014 hat sie mit SCHERZ, SATIRE, IRONIE UND TIEFERE BEDEUTUNG (C. D. Grabbe) ihr erstes eigenes Stück an den Cammerspielen inszeniert. 2015 absolvierte sie eine dreimonatige Szenenbildassistenz in Köln beim NEO MAGAZIN ROYALE (ZDF, bildundtonfabrik GmbH).

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Eintritt:
10,00 € | 6,00 € (erm.) | (VVK ggf. abweichend)

Online-Tickets:


Spieltermine
06.04.201720:00 Uhr
08.04.201720:00 Uhr
09.04.201718:00 Uhr
13.04.201720:00 Uhr
14.04.201720:00 Uhr
15.04.201720:00 Uhr
16.04.201718:00 Uhr


KOMMENTARE | 2

  1. …. Ergänzung: es muss natürlich “Professor” heißen… Blödes schreibprogramm..:-)

  2. Auf einer rel. Engen Bühne mit spärlichem Bühnenbild erleben Sie ein inhaltlich anspruchsvolles Theater, das von einer sehr hohen schauspielerischen Leistung gekennzeichnet ist. Es ist temporeich und amüsant bis zur letzten Minute…. So stellt man sich Theater vor! Nach 2h 15 min. Ist man traurig, dass es zu Ende ist! Am Ende diskutierten wir heftig, welcher Schauspieler nun der “beste” war : schließlich doch der Todesser und Candide selbst, und der Jüngling aus Eldorado… Der abstand zu den anderen war aber sehr gering… Alles in allem ein unbedingte Empfehlung!
    Dr. D. Jäger, Halle

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