LA HAINE. Eine Hass-Revue

von glanz&krawall

(Mit: Katrin Kaspar, Luise Lein, Kara Schröder | Regie: Marielle Sterra | Sound: Martin Lutz | Dramaturgie: Dennis Depta | Bühne: Wiebke Bachmann | Kostüme: Anna Søder | Produktion: Lara Deininger | Bühnenbildassistenz: Carolina Duarte | Kostümbildasssistenz: Carla Satoca Berges | Dramaturgische Mitarbeit: Thomas Wieck)

Am 23.04. findet im Vorfeld der Premiere “LA HAINE. Eine hässliche Bestandsaufnahme” eine Diskussionsrunde mit Lutz Helm (Hoax-Map) & dem Autorenteam des Buches „Wörterbuch des besorgten Bürgers“ statt. Der Eintritt ist frei.

Er schien gar nicht mehr zum emotionalen Repertoire des modernen Menschen zu gehören, doch jetzt wird er in einer enormen zeitlichen Verdichtung wieder offenbar. Das Berliner Theaterkollektiv glanz&krawall versucht ihn an der Schnittstelle zwischen Musik- und Sprechtheater zu sezieren: den Hass.

Foto: Ingo Tesch

„Besser seid Ihr auch nicht als wir und die Vorigen. Aber keine Spur, aber gar keine -“, schreibt Tucholsky 1926 an den zukünftigen Zeitungsleser, also an uns. Seine und andere Stimmen des frühen 20. Jahrhunderts werden in der absurden Revue LA HAINE zur Prognose, zur Drohung. Wie können wir drinnen noch entspannt Theater spielen, wenn sich draußen Apokalyptisches zusammenbraut?

Die Schauspielerinnen Katrin Kaspar, Kara Schröder und Sängerin Luise Lein erwarten mit Karl Kraus die „letzten Tage der Menschheit“, während Sounddesigner Martin Lutz mit Benjamin Brittens „War Requiem“ ein mahnendes Grundrauschen im Raum installiert. „Was ist uns das, mein Herz, all diese Lachen Blut / Und Glut, und tausend Morde, und der Seufzerhall / Der ganzen Hölle, alle Ordnung stürzend, und der Wut Gedehnter Schrei / Nichts?! … Doch, ja doch …“, fragt Arthur Rimbaud 1871 aus dem Epizentrum der Pariser Kommune. Den jungen Literaten Georg Heym, der sich wenige Jahre vor dem 1. Weltkrieg zu Tode langweilt, packt exakt diese Sehnsucht nach der totalen Auslöschung.

Hass fungiert als Versprechen, als Motor für Veränderung. Er ist Dopingmittel für ein gemeinschaftliches Werden. Gezüchtet; getriggert; also Bestandteil der Kultur. Jedoch ohne menschliches Maß. Wenn wir also davon ausgehen, in diese Kultur des Hasse(n)s hineingeboren zu sein, könnte das Theater nicht der Ort sein, diesem Verrohungsprozess von innen heraus zu begegnen?

Eine Koproduktion von glanz&krawall, Cammerspiele Leipzig und Theaterdiscounter Berlin. | Gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa und die Freundinnen und Freunde der Heinrich-Böll-Stiftung. |  Arbeitsstipendium im Künstlerhaus Lukas Ahrenshoop, gefördert durch das Land Mecklenburg-Vorpommern. |  Mit freundlicher Unterstützung von Das Helmi Puppentheater. Beschallungstechnik mit freundlicher Unterstützung von MONACOR.

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Eintritt:
10,00 € | 6,00 € (erm.) | (VVK ggf. abweichend)

Online-Tickets:


Spieltermine
27.04.201720:00 Uhr
28.04.201720:00 Uhr
29.04.201720:00 Uhr
30.04.201718:00 Uhr


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