Unter dem Milchwald

von Dylan Thomas | Übersetzung von Erich Fried

(Inszenierung & Bühne: Tim Kahn, Eike Mann | Kostüm: Viktoria Posavec | Musik: Eike Mann | Dramaturgie: Antje Cordes | Produktionsassistenz: Lindsay Ansell | Dokumentation: Maximilian Teucher | Künstlerische Mitarbeit: Lion Sauterleute |Technische Einrichtung: Heiko Kluge | Mit: Clarissa Biller, Anne-Sophie Dautz, Noëmi Krausz, Marina Poltmann, Henriette Seier, Alexander Ganz, Nicolaj Gnirss, Florian Innerebner, Benjamin Lehmann)

Es ist Frühling und die Kinder spielen. Sie spielen, was sie sehen. Sie sehen wie die Menschen im Milchwald leben und sich nicht lieben können. So spielen sie zu lieben und zu hassen. „Küss mich im Milchwald, Dicky Bell. Nein? Dann versohlt ihm das Fell.“

Auch Polly sieht wie die Menschen im Milchwald leben und sich nicht lieben können. Aber was für die Kinder nur ein Spiel ist, ist ihre traurige Realität. Denn Kapitän Cat, mit dem sie sich eine Zukunft erträumt, fragt nur nach Wein und Rausch in Sindbads Seefahrerschenke. In seinen Gedanken sind nur Frauen und das Meer. Aber Polly scheint der blinde Cat schon lange nicht mehr zu sehen.

Foto: Maximilian Teucher

Dylan Thomas’ „Under Milk Wood“ wurde ursprünglich als Hörspiel konzipiert. Als Auftragswerk der BBC fand die Erstausstrahlung 1953 statt. Thomas hatte neun Jahre daran gearbeitet. Es gab immer wieder frühe Fassungen, die er selbst auch als Theaterstück anlegte. Heute findet man eine dieser verschiedenen Fassungen unter dem Namen „Quite Early One Morning“. Später entstand „Under Milk Wood“, als Nahaufnahme eines Dorfes und seiner Bewohner. Ein Hörspiel mit annähernd 70 verschiedenen Rollen, geleitet von zwei nicht definierten Stimmen, ohne Namen, ohne Quelle. Bezeichnend für diese Figuren ist der Name ihres Dorfes. Llareggub heißt rückwärts gelesen Bugger, all, wobei Nichtsnutze, alle nur eine von vielen Übersetzungsmöglichkeiten darstellt.

Die Inszenierung zeigt den Längsschnitt einer Stadt und ihrer Bewohner in grotesken Facetten, mit dem Fokus auf die Möglichkeiten eines gesellschaftlichen Zusammenlebens. Erzählt aus der Perspektive eines Paares, geht es um die Konsequenzen nichterwiderter Liebe und um Menschen die ewig auf der Suche sind nach einem Ort, an dem sie endlich ehrlich sein können. Sie alle wollen reden, doch ihre Gespräche sind nichts als Geschwätz. „Unter dem Milchwald“ bedient sich der Sprache Thomas’ und seiner Figuren und stellt die Frage, was der Milchwald sein könnte.

LVZ (Steffen Georgi): “Auch auf der Theaterbühne bleibt Dylan Thomas’ poetischer Hörspiel-Wildwuchs „Unter dem Milchwald“ vor allem ein Spiel für Stimmen – das den Regisseuren Tim Kahn und Eike Mann in den Cammerspielen gut gelingt.”

Tim Kahn ist in Leipzig aufgewachsen und studiert Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“. Er arbeitete am Schauspiel Leipzig (ehem. Centraltheater) in der theaterpädagogischen Abteilung „Spinnwerk“ und betreute als Regieassistent mehrere Produktionen der Cammerspiele Leipzig, unter anderem in Zusammenarbeit mit „DAS ÜZ“ und „pipidasdas“ die Produktion „Dark Star – fight the bomb, fight the crisis“ unter der Regie von Christian Hanisch (ausgezeichnet mit dem Leipziger Bewegungskunstpreis 2015). In der Spielzeit 14/15 war seine Performance „Die Häutung des Marsyas“ in Kollaboration mit Camilo Osorio Suarez im GAP GAP Offspace zu sehen. 2016 bearbeitete er „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“ nach F.M. Dostojewski für die Bühne der Cammerspiele Leipzig. In Zusammenarbeit mit Eike Mann inszeniert er dort „Unter dem Milchwald“ nach Dylan Thomas.

Eike Mann wurde in Frankfurt/Main geboren. Von 2013 bis 2016 hospitierte und assistierte er am Theater der Jungen Welt Leipzig sowie an der Oper Leipzig, u.a. bei Rosamund Gilmores „Ring des Nibelungen“. Er war beteiligt an der Koproduktion der Oper Leipzig mit den BF Medien im Rahmen der „Frühstücke“ für Aron Stiehls „Das Liebesverbot“ in Bayreuth und dessen Realisation an der Oper Leipzig. Im Herbst 2015 nahm er als Stipendiat am Festivalcampus der Ruhrtriennale und 2016 beim „Mozartprisma“ des Mannheimer Mozartsommers teil.

2016 war er Produktionsassistent bei „Jungsrythmen“ im Neuen Schauspiel Leipzig. Zu Beginn der Spielzeit 2016/17 war er im Rahmen einer Dramaturgieassistenz am Theater Augsburg für die Inszenierung von „Weiße Rose“ beschäftigt. An den Cammerspielen Leipzig gestaltete er in der Spielzeit 2015/16 bereits die Musik für „Es hätte alles ganz anders sein können“ und „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“. Neben einzelnen szenischen Arbeiten im Rahmen seines Dramaturgie-Studiums an der „Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig, wird die Zusammenarbeit mit Tim Kahn bei „Unter dem Milchwald“ seine erste inszenatorische Arbeit zeigen.

Antje Cordes ging nach dem Schulabschluss in ihrer Heimatstadt Gießen ans Theaterhaus Jena, zunächst für ein FSJ Kultur in der Dramaturgie. Es folgte ein weiteres Jahr als Regieassistentin u.a. in den Produktionen von Anestis Azas („Brachland“), Giselle Vegter & Ilil Land-Boss („Sieben Räume Unbegreifen“) und Eva Großblotekamp („Der Sandmann“).

Seit 2015 wohnt sie in Leipzig und studiert Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“. Nebenbei arbeitet sie weiterhin als Regieassistentin, zuletzt in der Produktion „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“ (Regie: Tim Kahn) an den Cammerspielen Leipzig, sowie in der Spielzeit 16/17 bei einer Episode der Theaterserie „Mr Dynamit“ des Regieteams „zweite reihe“ am Theaterhaus Jena. In der Produktion „Unter dem Milchwald“ arbeitet sie als Dramaturgin an den Cammerspielen Leipzig.

Viktoria Posavec ist in Hamburg geboren und aufgewachsen. Seit 2013 studiert sie Kunstgeschichte an der Universität Leipzig. In ihrer Freizeit widmet sie sich dem Theater und Film. Es folgten erste Erfahrungen und Hospitanzen u.a. in der Spielzeit 12/13 am Schauspiel Leipzig (ehem. Centraltheater) („Mein Faust“ Regie: Sebastian Hartmann) und 2015 am Maxim Gorki Theater Berlin („Onkel Wanja“ Regie: Nurkan Erpulat ), sowie Assistenzen beim Kurzfilm und diverse Low-Budget-Produktionen. Ab April 2017 studiert Viktoria Kostümbild an der Universität der Künste Berlin.

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Eintritt:
10,00 € | 6,00 € (erm.) | (VVK ggf. abweichend)

Online-Tickets:


Spieltermine
02.03.201720:00 Uhr
09.03.201720:00 Uhr
10.03.201720:00 Uhr
11.03.201720:00 Uhr
12.03.201718:00 Uhr


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