Virginia Woolf’s Mrs. Dalloway

Mittwoch, 11. April, 2012

(Regie und Textfassung: Hannes Fuhrmann | D: Marie Förster, Sabrina Weidner, Karsten Zahn)

London zwischen den zwei Weltkriegen. Clarissa Dalloway bereitet sich auf die Gesellschaft vor, die sie am Abend geben wird. Ihr alter Freund Peter Walsh kehrt in diesen Tagen aus Indien zurück und besucht sie. Erinnerungen steigen auf, an ihre Jugend, ihre Liebe zueinander, die Frage, warum sie damals genau so gehandelt haben. Die Vergangenheit strahlt aus bis in die Gegenwart. Ihr Verhalten, ihr Wahrnehmen der Situation, der Wirklichkeit ist kontaminiert von ihrer Lebensgeschichte, von den Fragen und Gedanken, die sie miteinander herumtragen.

Dies ist die Geschichte, die Virginia Woolf wechselweise aus der Perspektive ihrer Figuren beschreibt: Die eine Wirklichkeit gibt es nicht. Jeder Mensch nimmt den anderen auf eine andere Weise wahr, glaubt ihn einschätzen zu können, zu verstehen. Auch Virginia Woolf selber: Sie schreibt, als würde sie im Innersten der Personen stehen. Aber was, wenn die Figuren, die sie erfindet, sich selbst in Wirklichkeit ganz anders wahrnehmen? Was ist, wenn die Menschen, die wir zu verstehen glauben, sich selbst in Wirklichkeit ganz anders wahrnehmen?

Wir können den Schmerz Anderer nicht fühlen, aber wir sprechen darüber. Virginia schreibt, als würde sie fühlen – und erfindet doch, oder findet – in sich? Die Geschichte von Mrs Dalloway weist mit einem Mal seltsame Parallelen zu ihrem eigenen Leben auf.

Foto: Hannes Fuhrmann

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Mit „Virginia Woolfs Mrs Dalloway” inszeniert Hannes Fuhrmann in den Cammerspielen Leipzig sein erstes abendfüllendes Stück. Die Cammerspiele zeichnen sich vor allem in den Bereichen Schauspiel und Regie immer wieder durch ihre ausgeprägte Nachwuchsarbeit aus.

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