Aus dem Land des Senkrechten Lächelns

inspiriert von Eve Enslers „Vagina-Monologen“

In Bayern nennen sie sie ‚Bimberl‘, in Norddeutschland ‚Waterkant‘. Andere kennen sie unter dem Namen ‚Mumu‘, ‚Untenrum‘, ‚Pitschka‘, ‚Pfirsich‘, ‚Hafenbecken‘, ‚zwischen den großen Zehen‘, ‚magisches Dreieck‘ oder ‚my Lord‘. Im Jiddischen wird sie ‚Schmende‘ genannt, im Schwäbischen Mösle, im Wienerischen Bixn.

Aber wie definieren Frauen in Leipzig ihr Geschlecht? Wie erleben sie ihre Sexualität? Was bedeutet es für sie im Hier und Jetzt Frau zu sein? Inspiriert von Eve Enslers ‚Vagina-Monologen‘ hat die Regisseurin in Leipzig lebende Frauen zu ihren körperlichen und sexuellen Erfahrungen interviewt. Sie erzählen von Masturbation, Haaren, Menstruation, Gewalt, Trans-Frau-Sein, weiblicher Ejakulation und Geburt. Die Performer_innen erzählen ihre Geschichten, verweben sie in Gesang, Klänge und sprachliche Rythmen, übersetzen sie in Bewegungen und verbauen sie in Bühnenmaterie.

„Aus dem Land des Senkrechten Lächelns“ erzählt von den Vielheiten des Frau-Seins, bricht mit Rollenbildern und klaren Genres und produziert dabei ein hybrides, polyphones Theaterspiel. Es nimmt das Publikum mit auf eine sinnliche und hautnahe Reise in das Innere der Frau. Intim, rasant und schonungslos.


Regie / Text: Harika Dauth | Schauspiel: Hanin Tischer, Sophie Luise Lenk | Tanz: Lisa Poprawa, Milena Stein, Roberta Ceppaglia | Gesang: Josi Kellert, Rosa Taoubi, Serra Al-Deen, Shirin Amara, Sophie Luise Lenk | Piano: Alexander Capistran | Sound: Sabrina Lorch | Bühnenbild: Nathanael Lehner, David Horsters | Licht/ Projektion: Johannes Voigt | Video: Christoph Lehmann, Raoul Moolman | Assistenz: Enrico Mina | Technik: Heiko Kluge


Leipziger Volkszeitung (Deborah Müller): „Die aufgezeichneten Gedanken der Frauen sind die Stärke dieses Stücks. Wer sich nicht jeden Tag mit dem Gefühls- und Sexleben von Frauen auseinandersetzt, ist an manchen Stellen wohl überrascht. Die begleitende Performance und Videokunst ist angenehm zurückgenommen, so dass der Fokus immer auf den Worten liegt (…).“

LeipzigAlmanach (Jana Nowak): „Vor dem Hintergrund der Aktualität beziehungsweise Authentizität (welche immer nur vermittelt zum Ausdruck kommt, entweder über die mediale Darstellung oder die Verkörperung durch eine Schauspielerin) kommt dem Stück eine zusätzliche Brisanz zu. Dass es auf den Aussagen in Leipzig lebender Menschen beruht, zeigt, wie präsent Themen wie Scham (über die eigene Periode oder Haarwuchs), Angst vor möglicher sexueller Unzulänglichkeit oder auch vor dem Bekennen zur eigenen Transidentität sind.“