Der Geizkragen

Sommertheater 2014 der Cammerspiele Leipzig

nach Molière und dem gleichnamigen Film mit Louis de Funès

(Regie: Sebastian Börngen | Es spielen: Sarah Arndtz, Madeleine Brandt, Karla Müller, Christian Strobl, Josef Weitenbörner | Dramaturgie: Eszter Dunkl | Kostüm: Henrike Katharina Fischer | Bühne: Dorothea Wagner | Produktionsleitung und Regieassistenz: Rico Dietzmeyer | Technik: Miriam Vohla | Ausstattungsassistenz: Lisa-Maria Totzke | Choreographie: Annelie Pichert)

Zum 10ten Mal in der Galerie KUB sowie erstmals auch in der Villa Hasenholz!

Harpagon ist reich – stinkreich. Und alle wollen an sein Geld: der Kutscher, der Koch und seine Kinder. Alle wollen einen auf dicke Hose machen, den Jet Set leben, mit der großen Liebe durchbrennen und vor allem: nicht arbeiten müssen, denn Papa hat ja das Geld!

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Wirklich dumm für sie, dass er es nicht einfach so hergeben will. Für Cléante und Élise bedeutet das puren Stress, denn immerhin spekulieren sie auf Papas Finanzspritzen. Aber auch Harpagon ist nervös: möglichst gewinnbringend will er seine Kinder unter die Haube bringen. Doch die haben ganz andere Pläne. Nur gut, dass keiner vom geheimen Goldschatz im Garten weiß.

Das nicht abgesprochene Tauschgeschäft zwischen den Generationen bleibt selbst innerhalb einer Familie undurchsichtig. Liebe und Fürsorge sind schließlich nicht mit einem Geldwert gleichzusetzen. Oder etwa doch?

Das Sommertheater der Cammerspiele widmet sich in diesem Jahr Frankreichs größten Komikern: Molière und Louis de Funès. Letzterer hätte in diesem Sommer seinen hundertsten Geburtstag gefeiert. Er selbst träumte lange davon, Molières Stück am Theater zu spielen, doch sein gesundheitlicher Zustand nach einem Herzinfarkt erlaubte ihm „nur“ die Hauptrolle im Film „Louis, der Geizkragen“.

Der von de Funès verkörperte, tobsüchtige Harpagon wird zur Paraderolle und ist zugleich eine Verbeugung vor dem Werk Molières.

Foto: Mathias Schäfer

Leipziger Volkszeitung (Dimo Rieß): „Der zum Publikum komplett geöffnete Wohnwagen als zentrales Bühnenbild macht richtig Spaß. Die Schauspieler nutzen alle Möglichkeiten. Mit Drängeleien auf engstem Raum und kleinen Überraschungseffekten im Einbauschrank gelingt das Kunststück einer Kammerkomödie unter freiem Himmel. Außerdem hält die Regie den Handlungsfaden immer souverän in der Hand. Bei allen Wendungen und Rollenwechseln […] – der rund 90-minütige Abend strebt gut verständlich vorwärts. Und wird am Ende im ausverkauften KUB-Hof bejubelt.“