EINS, ZWEI, DREI… Na was ist denn schon dabei?

frei nach Billy Wilders Film „Eins, Zwei, Drei“

Berlin 1960. In der Stadt herrscht Kalter Krieg. Doch für C.R. MacNamara, dem Leiter der Westberliner Coca Cola-Filiale, zählen nur drei Dinge: Geschäfte! Umsatz! Prozente! Dafür schreckt er nicht einmal vor Verhandlungen mit dem Klassenfeind zurück. Doch anstatt um die Geschäfte mit der Sowjetunion soll sich MacNamara plötzlich um Scarlett, die Tochter des Konzernchefs, kümmern. Ihr unangekündigter Besuch in Berlin bringt MacNamaras ehrgeizige Karrierepläne durcheinander. Denn während seine Ost-West-Beziehungen zu scheitern drohen, sind Scarletts Annäherungen erfolgreicher. Sie verliebt sich in den linientreuen Ostberliner Jungkommunisten Otto. Um seine berufliche Laufbahn zu retten, bleibt MacNamara nichts anderes übrig als den überzeugten Genossen in einen respektablen Kapitalisten und Schwiegersohn zu verwandeln. Eine temporeiche Verwandlungs- und Verwechslungskomödie nimmt ihren Lauf, ein wilder Ritt durch West- und Ostberlin beginnt.

Foto: Dorothea Wagner

Als Billy Wilders „Eins, Zwei, Drei“ 1961 in die Kinos kam, stieß der Film auf Ablehnung. Kurz nach dem Bau der Berliner Mauer wurde die rasante Komödie rund um das Brandenburger Tor jäh von der Realität eingeholt. Erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs avancierte der Film zu einem Geheimtipp. Die Gratwanderung zwischen Selbstoptimierung und -verleugnung, Fremdbestimmung und Persönlichkeitsentfaltung beschäftigt uns noch heute. Doch immer drängender wird die Frage: Passen Liebe und Kapitalismus wirklich zusammen?


Es spielen: Madeleine Brandt, Anuschka Jokisch, Tim Josefski, Karla Müller, Christian Strobl, Josef Weitenbörner, David Wolfrum | Regie: Sebastian Börngen | Bühne/Ausstattung: Lisa-Maria Totzke, Dorothea Wagner | Kostüme: Henrike Katharina Fischer | Dramaturgie: Elisabeth Schaber | Regieassistenz: Steffi Blumenthal | Maske: Friederike Zimmermann | Musikarrangement: Hannes Naumann | Choreographie: Ramona Lübke | Technik: Miriam Vohla


Leipziger Volkszeitung (Dimo Riess): „Wilders drei Regeln für erfolgreiches Kino haben die Theatermacher befolgt: ‚Du sollst nicht langweilen, du sollst nicht langweilen und du sollst nicht langweilen.‘ Die Inszenierung bietet letztlich sogar etwas mehr als die nette Übersetzung einer Kult-Komödie in Sommertheater.“