IN MEDIAS RES – Inseln der Erinnerung

Performance

Es ist kurz nach der Wende. Das kleine Mädchen hat ein rotes Kleid an. Aus den Lautsprechern erklingt „Ruby Tuesday“ und sie tanzt in Socken auf dem Wohnzimmertisch. Das war, was Glück war, sagt die Frau heute und steigt wieder auf den Tisch.

Ein theatraler Versuch über die Performativität der Erinnerungen. Es wird versucht, sie wieder zum Leben zu erwecken. Gemeinsam mit den Zuschauern betreten die Performer den Raum und erforschen ihn. In einem szenischen Experiment werden die Inseln der Erinnerungen aufgesucht und eigene, fremde, gemeinsame Erlebnisse gezeigt. Es geht um das sogenannte „Proust-Phänomen“: Erinnerungen, ausgelöst durch ein Lächeln, einen Duft, ein Klang, ein Bild.

Foto: Thomas Bär

Diese Arbeit ist die Abschlussinszenierung von Mathilde Lehmann im Rahmen ihres Studiums der Regie (M. A., Leitung: Prof. Sebastian Baumgarten) an der Bayerischen Theaterakademie „August Everding“ München.

Eine Kooperation der Cammerspiele Leipzig, der Bayerischen Theaterakademie „August Everding“ München, der Hochschule für Musik und Theater München und dem Theater Bremen.


von und mit: Lisa de Groote, Mathilde Lehmann, Lukas Schmelmer, Sören Zweiniger, u.a.m. | Regie, Raum & Dramaturgie: Mathilde Lehmann


Steffen Georgi | Leipziger Volkszeitung | 03./04.02.2018: „Denn was der Performance tatsächlich gelingt, ist jene zwielichthaft leuchtende Stofflichkeit des Fadenscheinigen, die „Erinnern“ ist, atmosphärisch zu evozieren. Die Stimmen, Bilder, Gegenstände, die Musik und die Bücher schaffen ein Klima gelassener Konzentration. (…) Kurz: ‚In Medias Res‘ dürfte in ausgeprochen positiver Erinnerung bleiben.“