Lesungen 2020

Veranstaltungen zur Buchmesse 2020 in den Cammerspielen

Achtung! Die Lesung von Gerhard Stadelmaier am 12. März muss wegen Krankheit leider ausfallen!


Freitag, 13. März 2019 | 19:00 Uhr | Eintritt frei

Tanja Langer: „Meine kleine Großmutter & Mr. Thursday oder Die Erfindung der Erinnerung“ | Träumen, Erfinden, Erinnern: Ein großer Roman über eine kleine Frau | Verlag: Mitteldeutscher Verlag

Foto: Michele Corleone

Ich habe meine Großmutter gekannt, aber ich wusste nicht, dass sie es war. Linda, Übersetzerin aus dem Persischen, lässt sich gern von ihren Träumen lenken, und so findet sie sich eines Tages in Lüneburg wieder: Dort lebte ihre kaum gekannte Großmutter Ida unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, geflohen aus Oberschlesien, verwitwet, mit fünf Kindern. Knapp eineinhalb Meter groß, arbeitete sie für den „Direktor des englischen Kinos“. Dieser Halbsatz entzündet Lindas Phantasie, und schon ist sie mitten in der Zeit der britischen Besatzung, von 1945 bis 1949: Ida verliert ihren Mann, Ida schrubbt Wäsche für die Tommys, und Ida begegnet Mr. Thursday. Sie fängt bei ihm im „Astra Cinema“ an und merkt vor lauter Begeisterung für die Filme kaum, dass er sich in sie verliebt … Das Kino wird zum Gegenbild für die raue Wirklichkeit, durch die Ida und ihre kleine Rasselbande sich als „Flüchter“ durchboxen, mit Einfallsreichtum, der Kraft der Träume und der Liebe, die sie verbindet. Indem Linda aus Sehnsucht nach der Großmutter, die sie nicht hatte, zu deren Erzählerin wird, verändert sie sich selbst – und erzählt noch dazu die Geschichte einer ganzen Epoche.


„Tanja Langer hat mit diesem Buch ihr Meisterstück geschrieben.“
Monika Melchert, Lesart, 3.2019


„Die Geschichte einer starken Frau im Nachkriegsdeutschland ist fesselnd erzählt und enthält – sicherlich nicht unbeabsichtigt – starke Gegenwartsbezüge.“
ekz Informationsdienst, 30. September 2019


„Ein kunstvoller Romanteppich, der nicht nur Geschichten spinnt und verwebt, sondern auch Freude an der Sprache macht.“
Michaela Backeberg, Rhein-Neckar-Zeitung, 28./29. September 2019


Tanja Langer, geb. 1962 in Wiesbaden, studierte Vergleichende Literaturwissenschaften, Politologie, Kunstgeschichte und Philosophie in München, Paris und Berlin. Sie inszenierte zahlreiche Theaterstücke, publizierte in großen Tageszeitungen und veröffentlichte Erzählungen, Hörspiele und Romane, zuletzt „Der Tag ist hell, ich schreibe dir“ (2012; 2019 als Hörbuch gelesen von Eva Mattes) und „Der Maler Munch“ (2013). Sie schreibt für bildende Künstler und Neue Musik, u.a. das Libretto für die Oper „Kleist“ von Rainer Rubbert (2008). Sie lebt in Berlin.