Sam Humans (Portland/ USA), The Heligoats (Chicago/ USA) & Keinkunstkolllektiv (Leipzig)

CammerConcerts #40

Wir feiern das VIERZIGSTE Konzert unserer CammerConcerts-Reihe. Da kann man schon mal ein paar Musikanten aus den Staaten einfliegen lassen und sich zwei Leipziger Nerds einladen, die das Ganze mit schräger Kleinku…äh Keinkunst unterfüttern.

Sam Humans wurde in einem Baum geboren und lebte auf einem Schleppdampfer. Er hat Bärte und Regenbogen erfunden und bezeichnet einen wolkenverhangenen Tag in den Bergen als „Badewetter“. Er hat zwei Hunde, ein Kind und einen Hang zu Raubeinigkeit. Er ist ein Teil der unglaublich großen und inspirierten Portland Szene. Schönste Beschreibung seiner Musik: „…klingt wie Wolf Parade’s Dan Broeckner, der eine ghanaische Highlife Band unter dem bewölkten Nordwestpazifikhimmel anführt.“ Tatsächlich ist seine Musik schwer in Worte zu fassen. Besser anhören!

The Heligoats sind eigentlich Chris Otepka. Er hält sein Projekt aber erstaunlich flexibel und kann auf eine lange Liste von Co-Workern zurückblicken. Zu uns kommt er auch nicht alleine. Nee, er bringt noch jemanden mit. Chris‘ Musik weist einige Parallelen zu Lo-Fi-Folk Helden wie Jeffrey Lewis, Tobey Goodshank und Adam Green (der frühe) auf. Auch was den Humor in den Texten angeht.

Davor, zwischendurch und drumherum:
Keinkunstabelnd – Kleine Revue des geächteten Geschmacks
Uns erwartet eine Ummantelung, die kratzt und schubbert, dass es eine wahre Freude ist.

Mit Kule Spule (Super8-Film-Live-Synchronisation), Ratten in Athen (One Man Heimatkapelle), Kurzfilme von Mc Cool Mo und die Puppen Reiner & Keiner.

Sollte sich mit dem Knarzen und Ächzen der sich gemächlich in Zirkulation begebenden Schmalfilmspulen auch das Räderwerk des Irrationalen in Bewegung setzen, und mittels einer jeglichen physikalischen Regel spottenden Mechanik das Vorratskämmerchenfenster zu des Anti-Logos‘ Multiversum sich einen Spalt breit öffnen, so dass das höchst Unwahrscheinliche sowohl örtlich als auch nahezu zeitgleich in unproportionaler Häufung ein- und den Raum beträte, wäre dies ein Umstand, den die Involvierten dieser Abelndgestaltung als kolossal begrüßenswert in Empfang nähmen, um, die Gunst einer solch namenlosen Stunde nutzend, den Gipfelkamm des Wahnsinns entlang zu balancieren, und selbst noch im Sturz weiter zu schwadronieren.

Geplant ist es allerdings nicht.

Zugebenermaßen einen Hauch minder spektakulär, wenngleich auch nur marginal, darf sich das bereits stehende Line-Up lesen, wenn man sich dank der Heimatkapelle Ratten in Athen ernsthaft damit auseinandersetzt, wieso es eigentlich soo scheiße ist, hier im Speziellen und überhaupt im Allgemeinen als solchen und im Ganzen und Großen. Kapiert? Wenn nicht, nicht schlümm, denn dafür werden die Puppen Reiner & Keiner (und weitere mehr) sich den endgültig allerletzten Fragen der Menschheit widmen, und anstatt sich die Schaumstoffzähne daran auszubeißen, ihr Scheitern zu feiern, wofür es ja schließlich da ist, das Scheitern. Zu guter Letzt, oder gleich zu Beginn – wer weiß das schon? – wird Kule Spule einen auf Äckern zwischen Brandis und Wurzen gefundenen Schmalfilm vorführen, und mit neuem Text versehen, weshalb sich diese Kür auch naheliegenderweise Schmalfilmvertextung nennt.

Der Rest wird wie üblich von der geschätzten Kollegin Willkür übernommen, denn
Von der Wade bis zum Schoß /
war sie ohne Gnade und rigoros