ANNETTE, EIN HELDINNENEPOS

von Anne Weber | eine Produktion des OPHELIA Kollektivs | Textfassung: Lola Mercedes Wittstamm & Sarah Zelt

PREMIERE: 01. Oktober 2026

“Die Hauptsache kommt immer noch; sie bleibt zu tun.”

Eine junge Frau überbringt kleine Nachrichten auf Zetteln, trägt sie durch die ganze Stadt. Ein Jugendlicher fährt mit seinen Freundinnen und Freunden aufs Land, sie singen Lieder.
Eine Person sitzt in der Straßenbahn und …

Annette, ein Heldinnenepos erzählt die wahre Geschichte von Annette Beaumanoir: Mit 17 Jahren geht sie im besetzten Frankreich in den Untergrund, schließt sich der Résistance gegen Nazideutschland an. Mit Anfang 30 entscheidet sie sich für die Unterstützung der Unabhängigkeitsbewegung Algeriens, die drastische Folgen für ihr Leben hat. Annette stellt sich gegen Gesetze, bricht Regeln auf allen Seiten, sie wird verraten, sie hat Kinder und lässt sie zurück, sie rettet Menschenleben. Ist Annette eine Heldin? Sie fühlt sich nicht als solche.

Ausgehend von Anne Webers Epos befragt das OPHELIA Kollektiv (Sarah Zelt und Lola Mercedes Wittstamm) unsere heutige Widerständigkeit. Wo liegen die alltäglichen Momente der Entscheidung, sich gegen etwas zu stellen? Aktiv zu werden für eine Sache, eine Person? Was braucht es dafür? Gemeinsam mit dem Publikum nimmt die Inszenierung die alltäglichen Momente der Widerständigkeit in den Fokus. Was traue ich mir zu? Wann werde ich sichtbar? Und wie lässt sich

das üben? Annettes Leben leitet uns durch einen Theaterabend, der aus dem Heldinnenepos einen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart macht. Gemeinsam mit dem Publikum werden Entscheidungen getroffen und der Verlauf des Abends bestimmt. Eine Einladung zur Auseinandersetzung, der Epos wird zum Chor – bist du dabei?

“Würde sie das wohl machen? Na, was denken Sie? Genau: Sie machts.”


Spiel, Regie & Konzept: Lola Mercedes Wittstamm & Sarah Zelt | Bühne & Kostüme: Pia Trebing & Marlen Duken | Produktionsassistenz: Caroline Hesse | Mitarbeit Bühne & Kostüme: Hannah Niemand | Outside Eyes: Ulrike Leßmann, Luke Neite, Paul Lonnemann, Christian Kock | Care-Arbeit: Paul Lonnemann


Der Roman ANNETTE, EIN HELDINNENEPOS  ist 2020 im Verlag MSB Matthes & Seitz Berlin erschienen. | Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Ausgezeichnet durch kulturMut – die Crowdfunding-Plattform der Aventis Foundation. In Kooperation mit dem Netzwerk für Demokratie und Courage Sachsen. | Die Produktion wird begleitet von Schülerinnen und Schülern der WBS Training Schulen Leipzig sowie dem Jahrgang 25/26 des FSJ Politik Sachsen.


Sarah Zelt (*1994) lebt als Schauspielerin und interdisziplinäre Künstlerin in Wien. Vom Theater kommend verbindet sie Schauspiel mit partizipativer Forschung in unterschiedlichen Arbeitskonstellationen und Kontexten. 2014 – 2018 studierte sie Schauspiel an der HMT Rostock, 2023-2026 Art x Science-transformation studies an der Angewandten Wien und der JKU Linz. Neben ihrer Arbeit auf Bühnen (u.a. Dschungel Wien, Schauspielhaus Wien, Staatstheater Kassel, Schwere Reiter München, Kampnagel Hamburg) arbeitet sie zunehmend interdisziplinär. Seit 2018 als Teil des Kollektiv Raumstation, das auf performative und partizipative Weise urbane Räume erforscht und befragt. Seit 2025 gehört sie zur künstlerischen Leitung des transdisziplinären Kunstraums Das LOT Wien. 2024 begründete sie den hydro_Kulturverein mit, in dem sie die Verbindung von wissenschaftlicher Recherche mit Theaterarbeit erprobt. 2017 gründete sie mit Lola Wittstamm das OPHELIA Kollektiv.


Lola Mercedes Wittstamm ist 1992 geboren und im widerständigen Wendland in Niedersachsen aufgewachsen. Sie ist Schauspielerin, Regisseurin und Kuratorin. In institutionellen Theaterräumen wie in der freien Szene beschäftigt sie sich in den Kontexten Kinder- und Jugendtheater, Kulturarbeit im ländlichen Raum, sowie Festivalstrukturen mit der Zugänglichkeit von künstlerischen Räumen. In ihrem Schauspielstudium (HMT Rostock 2014-2018) gründete sie mit Sarah Zelt OPHELIA Kollektiv. Hier entstanden erste gemeinsame Projekte. Seit ihrem Studium arbeitet sie im Festengagement, sowie als Gästin u.a. am tjg. Theater junge Generation Dresden, Theater Erlangen, SchauspielHaus Hamburg, Pathos Theater München. 2025 schloss sie die Weiterbildung „Kuratieren in den szenischen Künsten“ der Paris-Lodron Universität Salzburg (+ RU Bochum + FU Berlin) ab. Sie arbeitet regelmäßig mit der Freien Bühne Wendland. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin.