Gehölz

Eine szenische Renaturierung | von Alisa M. Hecke

Was wir heute Natur nennen, ist geordnete, getötete oder künstlich am Leben gehaltene, kurz: artifizielle Natur. Darin versucht die moderne Forstwirtschaft den Wald (zurück) zu bringen zu einem Zustand, der als „stabil“ und „gesund“ angesehen wird. Aufforstung, Renaturalisierung und Naturschutzgebiete sind die romantisierenden Symptome dieses Umweltschutzes: Wald ist nunmehr kultivierte Natur, er ist geordnet, von Wegen durchzogen, seine Bäume sind verwaltet, sein Artenbestand reguliert.

Die Performance Gehölz widmet sich dem Darstellungsversuch jenes ambivalenten Waldes und seinen Protagonisten, den Pflanzen, die sich der menschlichen Kontrolle widersetzen.

Wie kann ein solcher Wald auf der Bühne erscheinen? Wie wird er sinnlich erfahrbar?

Mit diesen Fragen haben sich vier Künstlerinnen aus den Bereichen Theater, Szenografie und Bildende Kunst auseinandergesetzt. Entstanden ist eine Wucherung von Holz und Plastik, organischer Bewegung im Raum, dem Tanz einer Pflanze, von Licht, unruhigem Knistern und tierischen Geräuschen, Gesang ohne Worten und Körpern.

Diese Produktion wird unterstützt von vogeltreff24.de.


Von und mit: Henriette Aichinger, Jennifer Demmel, Alisa M. Hecke, Nora Schneider