Gehölz

Eine szenische Renaturierung | von Alisa M. Hecke

Eigentlich stehen da nur viele Bäume: Baum, Baum, Baum, Baum, Baum. Kultiviert, verwaltet und gerodet sind sie die hölzernen Bestandteile des Waldes. Ein kleines Wäldchen, Gehölz, Holz, Holz, Holz – bis kein Wald mehr übrig ist.

Auf der Bühne setzen zwei Forstarbeiterinnen neu zusammen, was seinen ursprünglichen Zusammenhalt längst verloren hat und pflanzen einen neuen Wald. Sie rufen hinein – und wir sehen zu, was aus dem Wald auf die Bühne tritt.

Die Performance skizziert die Fragilität von forstwirtschaftlich geordneter Natur und vollzieht eine szenische Renaturierung mittels viel Grün, Flanellhemden und etwas Gehölz.

2016 hat sich Alisa M. Hecke mit „Über Berge“ den Herausforderungen gewidmet, die eine Berg-Darstellung auf der Bühne mit sich bringt: er war einfach zu groß. Nachdem der Berg deshalb bei jedem Abstieg immer kleiner wurde, wird nun mit Gehölz ein Wald auf die Bühne gepflanzt und Renaturierung szenisch nachvollzogen.

Diese Produktion wird unterstützt von vogeltreff24.de.


Von und mit: Henriette Aichinger, Jennifer Demmel, Alisa M. Hecke, Nora Schneider


Henriette Aichinger (Bildende Künstlerin, Performerin) studierte Freie Kunst in Dresden und Zeitbasierte Künste an der Burg Giebichenstein/Halle. Sie produziert und inszeniert bildnerisches und akustisches Material so, dass (neue) Räume erlebbar werden. Einzelausstellungen u.a. im Westflügel Leipzig und Galerie 3 Ringe.

Jennifer Demmel (Schauspielerin, Sprecherin) absolvierte nach ihrem Studium der Kulturwissenschaften in Leipzig eine Schauspielausbildung an der Theaterakademie Sachsen. Sie arbeitet überwiegend in Leipzig und Umgebung. Bisherige und aktuelle Engagements u.a. am Schauspiel Leipzig, Landesbühnen Sachsen Radebeul, Felsenbühne Rathen, LOFFT Leipzig, Neues Theater Zeitz, urban collective Leipzig, das ÜZ und Cammerspiele.

Nora Schneider (Dramaturgin, Kuratorin, Produktionsleiterin) studiert Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Sie wirkt bei Performances und Festivals mit, u.a. take on me mit Theater Thikwa Berlin, Theatermaschine 2014, DISKURS 15 – Festival On Spatial Arts, Filmsommer Gießen 2016, hungry eyes festival und Wiesbaden Biennale.

Alisa M. Hecke (Theatermacherin) verknüpft Organisation von Kunst mit szenischer Forschung, Performance und Szenografie. Ihre Arbeiten beschäftigen sich mit Raum- und Naturphänomenen, Wahrnehmungsdingen und Erscheinungsräumen, und bringen Körper zwischen Verschwinden und Erscheinen hervor. Textilien und Technikapparaturen finden auf ihrer Bühne Einsatz als Akteure. Mit FLIMMERSKOTOM (2015, mit Glogowski&Hoesch), eine bewegliche Skulptur aus zweckentfremdeter Bühnentechnik, wurde sie zu diversen Festivals eingeladen. In Leipzig erarbeitet sie mit Julian Rauter und Andi Willmann Performances und Theaterinstallationen – 2018 entsteht das interaktive Schaulager Erinnerungen für Morgen für das Lindenow-Festival. Sie hat außerdem künstlerisch mitgewirkt bei Ivana Müller, Nico and the Navigators, Monster Truck und andcompany&Co.