MERCEDES

von Thomas Brasch | Regie: Danilo Riedl

Zwei junge Menschen, Oi und Sakko, finden in mehr als einem Dutzend Versuchsanordnungen immer wieder neu zueinander und kommen letztlich doch nicht zusammen. Sie reden, sie spielen, sie harren aus: ein Mädchen – mal Prostituierte, mal Ausreißerin, in jedem Fall Hedonistin, und ein Junge – zumeist arbeits-, stets orientierungslos. Oi und Sakko bewegen sich, aber nicht aufeinander zu. Sie sind zwei Verlorene, die nichts besitzen. Zwei, die sich im Regel- und Normenwerk der neoliberalen Leistungs- und Konsumgesellschaft selbst nicht finden. Zwischen ihnen steht die titelgebende Marke MERCEDES, die in der alten Bundesrebublik der 80er-Jahre ein Symbol für Status, Glück und ein gelingendes Leben ist, etwas, nach dem beide nicht streben. Ihre Namen sind vielleicht nur Behauptungen, genau wie ihre Rollen, die sie an- und ablegen, ohne sie jemals gänzlich auszufüllen.

Die Inszenierung wirft einen Blick zurück auf das Leben der Punks in den 80er-Jahren und auf das Leben des verstorbenen Autors Thomas Brasch. Und sie fragt nach dem Heute: Geben Arbeit, Konsum und Besitz in der Gegenwart Halt? Was hat sich in den letzten 35 Jahren in unserem vereinten Land verändert? Nichts oder alles?

Der Autor des Stückes, Thomas Brasch (1945–2001) – als 1968er in der DDR gegen Autoritäten aufbegehrend – wandert in die BRD aus, um als Künstler arbeiten zu können und findet dort, in der vermeintlichen Freiheit, nicht die bessere der möglichen Welten. Ein selten inszeniertes Stück von Thomas Brasch, der derzeit durch den Dokumentarfilm „Familie Brasch“ von Annekatrin Hendel zu Recht eine neue Popularität erfährt.


Es spielen: Victoria Schaetzle, Karina Zetzmann, Thomas Deubel | Regie: Danilo Riedl | Konzeptionelle Mitarbeit/Dramaturgie: Juliane Pfeiffer | Kostüm: Mirjam Zeise | Regieassistenz: Katharina Felde


Mit freundlicher Unterstützung von Globus Baumarkt Leipzig-Wachau.